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Gewalt in der
Gesellschaft, besonders die steigende Gewaltbereitschaft bei Kindern und
Jugendlichen, sind traurige Belege für eine immer deutlicher zutage
tretende Unfähigkeit vor allem junger Menschen, zum angemessenen Umgang
mit Konflikten.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik belegt neben den überproportional
steigenden Tatverdächtigenzahlen bei Kindern und Jugendlichen auch eine
zunehmende Bereitschaft, bei der Tatbegehung Gewalt gegen Menschen und
Sachen anzuwenden.
Jugendkriminalität allein mit Strafverfolgungsmaßnahmen zu begegnen, hieße
die Augen vor den eigentlichen Ursachen zu verschließen. Dieses käme
einer Kapitulation gleich.
Ungleich wichtiger scheint zu sein, alle präventiven, also vorbeugenden
Anstrengungen zu unternehmen, um Kinder und Jugendliche
- in ihrem sozialen Verhalten zu stärken,
- sie vor Regelverletzungen zu schützen
und
- vor einem Abgleiten in die Kriminalität
zu bewahren.
Aber nicht nur Polizei
und Justiz sind hier in der Pflicht. Um dieser negativen Entwicklung
entgegenzuwirken, sind alle in besonderem Maße gefordert: Kommunen,
Schulen, Eltern, Vereine usw.
Insofern ist die Suche nach Lösungen eher eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe, die alle Verantwortungsträger in Staat und Gesellschaft
gleichermaßen angeht.
Wir wollen der steigenden Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen ein
vorbeugendes Ventil schaffen, um Aggressionen abzubauen, Toleranz zu
lernen und Regeln zu akzeptieren. Angesichts der steigenden
Gewaltkriminalität in dieser Altersgruppe müssen wir alle helfen.
Unter dem Aktionsnamen "Mitternachtssport" und "Mittertagssport"
gibt es ein besonderes Sportprojekt. Kinder und Jugendliche werden im
Zwei-Wochen-Rhythmus (Mitternachtssport) , jeweils freitags von 22.00 Uhr
bis 24.00 Uhr, in die ABC-Sporthalle eingeladen, um sich in verschiedenen
Sportarten zu betätigen. Vertreter der Volleyballabteilung, Polizeibeamte
der Kriminalprävention und Mitarbeiter der Hauses Nazareth treffen sich
in bunter Runde mit interessierten Kindern und Jugendlichen und bringen
gemeinsam den "Ball ins Rollen".
Beim Mittertagssport
wenden wir uns speziell an Mädchen. Gerade Mädchen aus dem
Migrantenbereich tun sich schwer in gemischten Gruppen Sport zu machen
oder sich direkt in bestehende Sportgruppen zu integrieren.
Der kriminalpräventive Grundgedanke und der Sinn solcher Veranstaltungen, oder besser gesagt einer sportorientierten
Jugend-Sozialarbeit, ist es, dass Kinder und Jugendliche die im Sport
erlernten Verhaltensmuster auch im Alltag umsetzen.
Das sind: Sozialverhalten, Toleranz, Rücksichtnahme und Verantwortung.
Gleichzeitig werden den jungen Menschen neue Möglichkeiten der
Freizeitgestaltung aufgezeigt. Mit Hilfe des Sports haben sie Gelegenheit
Leistung zu zeigen, Erfolg zu haben und Selbstbestätigung zu finden.
Chancen auf den Sieg hat nur der, der auf Fairplay setzt, statt auf seine
Ellenbogen.
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